KURZ MAL RAUS – Eibsee Trip

Einen Kurztrip an den Eibsee. Das habe ich mir gewünscht seit ich das erste Mal das Lookbook von Phil&Lui bei der Fashionweek 2014 in Berlin in der Hand hielt. Ich war fest davon überzeugt, dass die Aufnahmen aus Kanada stammen. Stimmt aber nicht.

Der Eibsee liegt in Bayern, am Fuße der Zugspitze und nahe Garmisch-Partenkirchen.

Natürlich konnte ich Madlen ohne Probleme davon überzeugen, unseren ersten gemeinsamen Outdoor-Weekender an den grünen See zu unternehmen. Schnell hatte sie uns einen Campingplatz ausgesucht, denn wir wollten gern draußen schlafen, jedoch für zwei Nächte nicht alles nötige Equipment mitnehmen, welches wir für’s wilde Campen gebraucht hätten. Zelt, frisch gewaschene Schlafsäcke und zwei DDR-Steppdecken fanden in Madlen’s Auto einen Platz gleich neben Körben voller Wasserflaschen, Snacks (es ist nicht Camping ohne 5-Minuten-Terrine) und natürlich all dem Hunde-Stuff. Freitag 16Uhr war alles startklar und die fünf Stunden auf der Autobahn tatsächlich kein Problem.

Die ersten Berge in der Dämmerung zu sehen, dabei die Mumford&Sons Johannesburg EP – das war schon ein besonderer Moment.

Mit Regenschauern und Gewitter kamen wir im Camping Ressort an der Zugspitze an. Die Taschenlampe leuchtete uns im Auto den Weg zu unserem Schnitten-Proviant als wir eine kurze Schauer-Pause abwarteten. Ganze 20 Minuten hatten wir Zeit um das Zelt mit Gummihammer bewaffnet in den Schotter neben das Auto zu schlagen, aufzubauen und einzuräumen. Geschafft. Das Panorama am Morgen war die ruppige Nacht wert und um 7Uhr hielt uns nichts mehr im Zelt.

Kurz nach dem Frühstück am Eibsee angekommen sind wir dann kurz mal ausgerastet. Türkises, klares Wasser, die Sonne knallt vom Himmel, die Alpen um uns herum.

Für uns genau das richtige um den Kopf endlich mal auszuschalten und durchzuatmen.

Wir liefen die große Runde um den See. Keine krasse Wanderleistung aber bei 35°C für uns und vor allem den kleinen Hund vollkommen in Ordnung. Wir wollten ausspannen und keine sportliche Überleistung an diesem Wochenende.

Der See hält immer wieder Stellen mit weißem Schotter für einen kleinen Besuch im Wasser bereit. Neben uns die anderen Camper und Wanderer. Ein Pärchen brät Rührei in einer Pfanne auf dem Gaskocher. Unser Hündchen bekommt Speckreste – Madlen und ich werden mit belegten Brötchen versorgt. Einfach so, weil noch so viel übrig war. That’s the Spirit! Wir bedanken uns für die unerwartete Stärkung und ziehen weiter.

An der nächsten menschenleeren Stelle springen wir ins Wasser. Es ist warm und klar. Nur die Steine – autsch! Wir wünschen uns Gummisandalen! Ein Schmetterling landet auf Gretas Hundenase, fliegt einfach nicht wieder weg und wir lachen uns kaputt.

So weit weg sind gerade Emails und Deadlines.

Für den Rest der Runde genießen wir das Berg Panorama. Langsam füllt sich der Weg mit Touristen und Mountainbikern. Wir sind froh schon so früh am See gewesen zu sein. Die Temperatur steigt auch immer weiter und langsam sind wir wieder müde und hungrig. Ab ins Zelt zu Dosenravioli und Radler!

Tag 2 und es hat wieder die ganze Nacht gewittert.

Wir blieben trocken aber freuen uns auf das Frühstücks-Buffet im Camping Ressort. Für 9,90€ gibt es ein Buffet wie im Hotel. Ich sitze mit Greta auf der Terrasse und Madlen bringt uns eine Frühstücksauswahl vom Feinsten! Es regnet ein wenig und wir beschließen noch kurz auf eine Alm zu fahren, dort eine Runde zu drehen und dann den Heimweg anzutreten.

Auf einen Tipp fahren wir zur Windbeutel-Alm, die so schön klang aber sich leider als ziemlich tief im Tal liegend und eher langweilig herausstellte. Eine Wandertafel deutet uns den Weg zur Martinshöhe – 45 Minuten Laufzeit – perfekt. Madlen in Birkenstocks und ich im Kleidchen und Vans – so machten wir uns auf den Weg in der Annahme einen easy Spazierweg vorzufinden.

Nach etwa 20 Minuten dann der erste Aufstieg.

Gefolgt von endlos wirkenden immer steiler werdenden Schotter-Kurven. Unvorbereitet aber mit zu viel Ego belastet um umzukehren, schleppten wir uns die 5km den Berg hinauf. Auf der Alm gab es dann das Glücksgefühl – gefolgt von Radler, Obazda und Speckknödeln mit Alpen-Aussicht!

Beim Abstieg begegneten wir vielen verschwitzten Gruppen, die uns fragten, wie weit es noch sei – we feel you! Und eine Ecke weiter rächten sich meine Vans. Ganz klassisch schlitterte ich dank des flachen Profils meiner Sohlen auf dem Schotter den Berg hinunter, in Zeitlupe, und schürfte mir das Knie auf. Seitdem habe ich eine Wunde wie eine 8 Jährige, die draußen gespielt hat. Und irgendwie bin ich auch genauso stolz drauf und habe sie erstmal all meinen Freunden präsentiert, als ich zurück war.

Während des Trips haben wir uns ständig gefragt, warum man sich oft so schwer tut mal weiter als ein, zwei Stunden übers Wochenende wegzufahren. Fünf Stunden klingen tatsächlich länger als sie es sind und das war es so sehr wert.

Liebster Eibsee, wir kommen auf jeden Fall wieder. Im Herbst und mit ein, zwei Tagen mehr Zeit.

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