#WhyIHike – Madlens Story

Nachdem Sarahs Bruder uns schon an seiner Reise- und Wanderlust hat teilhaben lassen, möchte ich mich nun auch anschliessen. Ich komme soeben von der European Outdoor Film Tour (kurz EOFT) zurück und bin ganz beseelt und inspiriert von den sieben Filmen und Dokumentationen, die dort gezeigt worden. Menschen, denen ein Leben mit der Natur ins Gesicht geschrieben steht, ganz egal ob als Ski fahrender Extremsportler, furchtloser Abenteurer bei einer Expedition durch die Antarktis oder Big Wave Surfer. Alle diese Menschen verbindet eins: Mut, sonnengeküsste Haut, eine unverwechselbare Ausstrahlung und Ehrlichkeit im Gesicht, die meiner Meinung nach nur an massenhaft Sauerstoff und Vitamin D liegen kann. Sarah und ich haben diesen Zustand bei uns schon nach eintägigen Wandertouren feststellen können.

WANDERER

Wandern, Laufen, Spazieren…ich bin schon immer ein großer zu Fuß-Geher gewesen. Meine Eltern haben meine Schwester und mich in als wir klein waren einmal im Jahr mit nach Österreich genommen. Wir wanderten, es gab sattes Grün, hohe gewaltige Berge und auch Wasserfälle zu erkunden. Ich hatte irgendwann einen Wanderstock, welchen ich bei jeder Etappe mit neuen Abzeichen verschönerte. Ich war flink und machte es mir zur Aufgabe, immer als erstes anzukommen. In Wirklichkeit war meine Motivation ganz für mich gehen zu können, zu beobachten, zu träumen und meinen Gedanken und der Natur nachzuhängen.

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Mein Zuhause, das Vogtland, hat(te) aber auch einiges zu bieten: hohe Tannenwälder, sanfte und ruhe Hügel, Felder soweit das Auge reicht, Seen und Talsperren. Auch hier war ich als Kind viel unterwegs. Mein Großvater besitzt ein großes Grundstück mit einem Teich,welches an Felder und einen Wald angrenzt. Ich hab geangelt, spielte auf Heuballen, sammelte Kaulquappen und verlor mich in der Wasseroberfläche des kleinen Teichs. Ich beobachtete die Wasserläufer und war beeindruckt wie ein kleiner Schritt auf der Haut des Wasser sanfte Wellen verursachte.

Als Jugendliche habe ich dank alterstypischer Interessen und Probleme allem Natürlichen abgeschworen, bis auf das viele Gehen. Da ich in einer kleinen Stadt groß wurde und noch nie gerne Fahrrad gefahren bin, musste ich notgedrungen viel zu Fuß zurücklegen und das tat ich. Die reinigende Wirkung jedes Ganges wurde mir erst später bewusst, genauso wie die Tatsache, dass meine Heimat ein reines Wanderparadies ist.

 

WANDERN HEILT

Sobald ich laufe fangen meine Gedanken an zu fliessen…das wusste schon einer meiner liebsten Philosophen Henry D. Thoreau. Erst zum Ende meiner 20er ist mir bewusst geworden, dass ich das Laufen brauche und damit meine ich kein Joggen, keinen Marathon bewältigen, sondern der gepflegte Spaziergang oder die Wandertour. Ich muss die Natur um mich herum spüren, mein eigenes Tempo haben dürfen und nach innen horchen. Das Laufen ist unsere natürlichste Fortbewegungsform, wenn wir gesund sind und alle Technik bei Seite lassen, gibt es nix Ursprünglicheres um von A nach B zu gelangen.

 

WHY I TRAVEL

Abgesehen vom Gehen, war ich schon von klein auf vom Fremden begeistert. Anderen Menschen macht das Unbekannte Angst, mir bescherte es einfach Neugierde. Ferne Länder, andersartiges Essen, bunte Häuser…all das galt es zu entdecken. Chinesisch wurde mein Lieblingsfood, ich verdrückte Unmengen an Reis mit Stäbchen und das im zarten Alter von 10 Jahren. Eine Mulan und Esmeralda wurden zu meinen Lieblingsbarbies, jedes Völkerkundemuseum zum Spielplatz und unsere Flugreisen-Premiere das reinste Abenteuer. Als ich dann das erste Mal in meinem Leben an einem Strand stand und auf das (Mittel)-Meer blickte, war es ganz um mich geschehen (ja ja Ossi, aber die Ostsee hab ich das erste Mal vor 4 Jahren gesehen, #truestory): das wollte ich wieder. Dieses Gefühl, dass es so viel mehr gibt als das Leben, die Natur, das Essen und die Mentalität die ich von zu Hause kannte. Ich denke das war der Startschuss meiner permanente Reiselust und des brennenden Fernwehs in meinem Herzen.

 

 

Vom Städtetrip- und Pauschalreisenmädchen zum Halbzeit-Abenteurer

Die ersten Jahre in denen ich anfing selbstständig zu reisen, war ich noch das klassische Pauschal-Tourismus-Mädchen, jedenfalls wenn es um Flugreisen ging (die ich mir lange nicht leisten konnte). Mit 19 Jahren Malle mit der Freundin im RIU Hotel, mit 24  West-Türkeirundreise im Bus mit Papa (das war übrigens super). Alles was ich mit den Ölfis oder dem Auto jedoch erkundete, wurde zunehmend exklusiver, abseits des klassischen Tourismus. Vor allem Osteuropa hatte mir es angetan: Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Slowenien, Litauen. Lange Roadtrips, das erste Mal Couch-Surfing und Air Bnb…stets auf der Suche nach dem Typischen, dem Ursprünglichen einer Kultur, mein Ziel war es immer die Locals kennenzulernen. Meiner Meinung nach hilft es nicht nur physisch in einem Land anzukommen, ich will mich auch seelisch und psychisch damit verbinden, es wirklich verstehen. Raus aus meiner Komfortzone. Also musste ich die Art und Weise wie ich verreise ändern und je nach Bedürfnis anpassen. Für mich gibt es deshalb einen großen Unterschied zwischen Urlaub und Reise.

 

 

Die ersten Abenteuer habe ich mit Euch ja schon hier auf dem Blog geteilt. Wenn ihr ein paar Reiseberichte zu den folgenden Themen und Ländern spannend findet, dann schaut doch mal auf Madlén Bohéme vorbei:

 

 

Also: lasst uns wissen, warum ihr gerne reist und/oder wandert…Wir freuen uns darauf eure Geschichten zu teilen.

Liebst,

Madlén Boho

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